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Die praktische MFA-Prüfung: so läuft sie ab, so bereitest du dich vor

Die praktische Prüfung ist der letzte Teil deiner Abschlussprüfung. Hier erfährst du, was dich am Prüfungstag erwartet, wie lange die Prüfug dauert und wie du dich vorbereitest.

Illustration: Eine Auszubildende in grüner Praxiskleidung misst einer älteren Patientin den Blutdruck, eine Prüferin mit Klemmbrett schaut zu

Worum geht es in der praktischen Prüfung?

In der schriftlichen Prüfung zeigst du vor allem dein Wissen. In der praktischen Prüfung zeigst du, dass du es auch anwenden kannst. Du bekommst einen Patientenfall und spielst ihn durch, als wärst du wirklich in der Praxis: vom Empfang bis zur Verabschiedung.

Danach folgt ein Fachgespräch mit dem Prüfungsausschuss. Das sind in der Regel drei Prüfer: eine Ärztin oder ein Arzt, eine Medizinische Fachangestellte und eine Lehrkraft aus der Berufsschule.

So läuft der Prüfungstag ab

Insgesamt hast du höchstens 75 Minuten. Davor bekommst du eine kurze Vorbereitungszeit.

  • Ankommen und Fall wählen

    5 bis 10 Minuten · vor der Prüfungszeit

    Du triffst deinen Prüfungsausschuss und weist dich aus. Dann ziehst du zwei Karten. Auf jeder steht nur die Diagnose oder Verdachtsdiagnose eines Falls. Einen der beiden Fälle wählst du aus.

  • Planen

    etwa 20 Minuten · Beginn der Prüfungszeit

    Im Vorbereitungsraum planst du, wie du den Fall vorführst. Du stellst Materialien und Formulare zusammen oder notierst, was du brauchst. Deine Notizen darfst du später benutzen.

  • Den Fall vorführen

    etwa 40 Minuten · zählt 80 %

    Du betreust den Patienten so, wie du es im Praxisalltag tun würdest. Ein Mitglied des Ausschusses spielt dabei zeitweise den Patienten. Der Ausschuss lässt dich arbeiten und schaut zu.

  • Fachgespräch

    etwa 15 Minuten · zählt 20 %

    Zuerst schaust du selbst zurück. Was lief gut, was hätte besser laufen können? Danach begründest du dein Vorgehen und beantwortest Fachfragen zum Fall.

Was du im Fall zeigen musst

Die Aufgabe ist ein Fall aus dem Praxisalltag. Typisch sind zum Beispiel Blutdruck und Puls messen, Urin untersuchen, ein EKG schreiben oder eine Infusion vorbereiten. Viele dieser Tätigkeiten kommen in fast jeder Prüfung vor. Übe sie deshalb besonders gründlich.

Wichtig ist nicht nur, dass die Handgriffe sitzen. Du sollst auch einfühlsam mit dem Patienten sprechen, ihn informieren und zum Mitmachen motivieren.

  1. Du betreust den Patienten vor, während und nach der Behandlung.

  2. Du assistierst bei Untersuchung und Behandlung und gehst richtig mit Geräten und Instrumenten um.

  3. Du achtest auf Hygiene, Arbeitsschutz und Umweltschutz.

  4. Du dokumentierst deine Arbeit und rechnest die Leistungen ab.

  5. Je nach Fall klärst du über Vorbeugung auf oder machst Laborarbeiten.

  6. Wenn es nötig ist, leistest du Erste Hilfe.

Illustration: Auf einem Tisch liegen Einladung, Personalausweis, Erste-Hilfe-Nachweis, Berichtsheft, Stift, Taschenrechner und ein zusammengelegter Kasack

Das bringst du zur Prüfung mit

  • Deinen Personalausweis oder Reisepass
  • Deine Einladung zur Prüfung
  • Deinen Ausbildungsnachweis (Berichtsheft)
  • Einen Nachweis über deine Kenntnisse in Erster Hilfe
  • Einen Stift und einen Taschenrechner

Unser Tipp: Zieh angemessene Kleidung an, zum Beispiel deine Berufskleidung.

Wann hast du bestanden?

Der praktische Teil muss mindestens „ausreichend“ sein, also mindestens 50 von 100 Punkten. Die Vorführung des Falls zählt dabei 80 %, das Fachgespräch 20 %. Den praktischen Teil kannst du nicht mit dem schriftlichen ausgleichen. Beide müssen für sich ausreichend sein.

Direkt nach der Prüfung sagt dir der Ausschuss dein Ergebnis und das Gesamtergebnis der Abschlussprüfung. Hast du bestanden, endet deine Ausbildung genau an diesem Tag.

Häufige Fragen zur praktischen Prüfung

Wann ist die praktische Prüfung?

Den Termin legt deine Ärztekammer fest. Das Zeitfenster für die Prüfungen findest du auf der Internetseite der Kammer, deinen persönlichen Prüfungstermin in deiner Einladung. In Westfalen-Lippe ist die praktische Prüfung zum Beispiel im Sommer etwa Ende Mai oder im Juni und im Winter im Januar.

Läuft die Prüfung überall gleich ab?

Fast. Bundesweit gilt die Ausbildungsverordnung. Sie legt fest, dass du höchstens 75 Minuten hast, darin höchstens 15 Minuten Fachgespräch, und dass du vorher Zeit zur Vorbereitung bekommst. Wie die Zeit genau aufgeteilt ist, regelt jede Ärztekammer selbst. Die Zeiten auf dieser Seite stammen von der Ärztekammer Westfalen-Lippe. Bei deiner Kammer kann es etwas anders sein. Schau in deine Einladung oder frag in deiner Berufsschule nach.

Wie oft muss ich mir die Hände desinfizieren?

Eine Händedesinfektion musst du in jeder Prüfung zeigen, das machst du immer direkt zu Beginn (vor dem ersten Patientenkontakt). Jede weitere sagst du nur an, vorführen musst du sie nicht. Wenn du unsicher bist, frag deine Prüfer.

Soll ich während der Prüfung viel reden?

Ja! Sag laut, was du tust und warum. Zum Beispiel: „Ich messe jetzt den Puls. Dazu lege ich drei Finger auf die Arterie an der Daumenseite des Unterarms.“ Nenn danach das Ergebnis und ordne es gleich ein, zum Beispiel: "Der Puls ist 110 Schläge pro Minute, das ist tachykard." Je mehr du erklärst, desto besser sehen die Prüfer, was du kannst, und desto weniger müssen sie nachfragen.

Muss ich Fachbegriffe benutzen?

Es hilft. Benutze Fachbegriffe und übersetze sie kurz, zum Beispiel: „Ich klebe die Elektrode in den 4. Interkostalraum links, also in den 4. Zwischenrippenraum.“ Das wirkt professionell.

Worauf muss ich bei der Abrechnung achten?

Als allererstes und wichtigstes: auf den Versicherungsstatus. Ist der Patient gesetzlich oder privat versichert? Danach entscheidest du, ob du nach EBM oder GOÄ abrechnen musst.

Muss ich Formulare von Hand ausfüllen?

Oft ja. Weil das in vielen Praxen kaum noch jemand macht, solltest du es vorher üben.

So bereitest du dich mit unserer App vor

In 4 Schritten bist du fit für die praktische Prüfung.

  1. Plan machen

    Mit unserem Lernplan für die praktische Prüfung weißt du jeden Tag, was dran ist. Und siehst nebenbei gleich, dass du Fortschritte machst.

    Zum kostenlosen Lernplan →
  2. Lernen

    Wiederhole das Wissen hinter den Handgriffen, zum Beispiel Normwerte, Hygiene und Abrechnung. In kleinen Portionen, jederzeit, auch unterwegs.

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  3. Üben

    Übe die Handgriffe in deiner Praxis. Am besten mit jemandem, der zuschaut und nachfragt. Und sag dabei laut, was du tust.

  4. Generalprobe

    Spiel die praktische Prüfung in unserer Prüfungssimulation komplett durch. Mit Prüfer, Patientin und Fachgespräch, so oft du willst. Bis du dich sicher fühlst.

    Zur Prüfungssimulation →

Übe den Prüfungstag, bevor er zählt

In unserer Prüfungssimulation spielst du einen ganzen Fall durch, vom Empfang bis zum Fachgespräch. Danach bekommst du eine Auswertung.

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